Landesverband Sachsen-Anhalt
10.3.2010
| Madl will im Speck bleiben |
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| Landesverband |
| Donnerstag, 04. Februar 2010 um 15:36 Uhr |
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<mg2>Als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass der sachsen-anhaltische CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Madl einer engen Vertrauten - eine im nördlichen Landesteil erscheinende Tageszeitung bezeichnete die Dame als „Gespielin“ des Abgeordneten - über mehrere Jahre neben einer hochdotierten Stelle in der Kommunalverwaltung der Stadt Löbejün auch noch einen ebenfalls durch öffentliche Mittel finanzierten und ebenso in Vollzeit laufenden Job in seinem Wahlkreisbüro zugeschanzt hatte, unternahm die CDU-Fraktion im Magdeburger Landtag zuerst nichts und versuchte später alles, um die Affäre unter den Teppich zu kehren. Erst als der Skandal deutschlandweit Schlagzeilen machte, gab es bescheidene Konsequenzen. Madl wurde pro Forma aus der Fraktion ausgeschlossen. Die öffentlichen Kassen dürften durch Madl - der das Spiel mit „seiner Vertrauten“ Ines R. mindestens sechs Jahre lang trieb - um mehrere hunderttausend Euro geschädigt bzw. betrogen worden sein. Unabhängig vom finanziellen Schaden stellt der Vorgang auch ein Musterbeispiel dafür dar, was etablierte „Politiker“ von Stile eines Thomas Madl unter Dankbarkeit für das Vertrauen verstehen, welches ihm die Wähler einst entgegen gebracht haben. Immerhin ist, bzw. war auf Madls Internetseite - wenn auch in wenig gepflegtem Deutsch - zu lesen: „Ich freue mich über das spitzen Wahlergebnis und bedanke mich bei allen Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen“. Mit dem inzwischen von der Justiz ausgestellten Freibrief, für seine Art der Dankbarkeit gegenüber seinen Wählerinnen und Wählern auch strafrechtlich nicht verantwortlich zu sein, gewinnt der Polithazadeur aus dem Saalekreis inzwischen wieder deutlich Oberwasser. Dieser Tage ließ Madl bekannt werden, dass er selber überhaupt keinen Anlass zu irgendwelchen Konsequenzen sieht und auch zur in einem guten Jahr stattfindenden Landtagswahl wieder unter der Flagge der CDU antreten will. Dabei scheint Madl genau zu wissen, dass auch das gegenwärtig noch gegen ihn laufende Parteiauschlussverfahren nur eine unvermeidliche Pflichtübung zur Beruhigung der Öffentlichkeit ist. „Ich will meine ordentliche Arbeit fortführen“, so der Politiker aus dem Saalekreis. Was er damit genau meint, ließ Madl allerdings offen. Auf die Doppeljob-Affäre angesprochen meinte der CDU-Politiker, der in Löbejün derzeit auch noch Bürgermeister ist, „dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat“. Aha! |
Hängt dies vielleicht damit zusammen, daß Madl Mitglied der parlamentarischen Kontrollkommission im Landtag war? Da der Verfassungsschutz gegenüber dieser Kommission auskunftspflichtig ist stellt sich die Frage: Hat Madl in dieser Funktion Dinge erfahren,welche seinen Parteikollegen sehr unangenehm werden könnten?